Donnerstag, 17. März 2011

Für die Sanierung der Uferpromenade am Wentowsee hat die Stadt auf absehbare Zeit kein Geld

Ein weiteres Beispiel, was mit wassertouristischen Belangen geschehen wird, wenn der Bund sich aus seiner Pflicht zur  Daseinsvorsorge in diesem Bereich zurückzieht:  Artikel in der MAZ am 17.03.2011
Für die Sanierung der Uferpromenade am Wentowsee hat die Stadt auf absehbare Zeit kein Geld
GRANSEE - Martina Erdmann hat es augenscheinlich mit Fassung getragen, dass das Gemeindezentrum in Kraatz im Investitionsplan der Stadt Gransee um ein weiteres Jahr nach hinten geschoben worden ist (MAZ berichtete). Die Stadt hat dafür kein Geld und die Ortsvorsteherin zeigte am Dienstag im Finanzausschuss dafür Verständnis. 

In Seilershof regt sich unterdessen Unmut. Seit 2009 wird im Ort die Sanierung des Uferpromenade am Wentowsee diskutiert. Nach Einschätzung des Ortsbeirates besteht dringend Handlungsbedarf, weil der Unterbau der Promenade sukzessive vom Wasser davongetragen werde. 


Ortsvorsteher Jörn Preugschat hatte kurz vor der Sitzung des Finanzausschusses noch einen Antrag eingereicht und die Verwaltung sinngemäß darum gebeten, die Promenade im Investitionsplan zu berücksichtigen. Dem erteilte das Gremium nun eine Absage. 

Die Verwaltung hat für die Befestigung der Promenade einen Finanzbedarf von 200 000 Euro ermittelt. So viel Geld hat die Stadt aber weder in diesem, noch in den kommenden zwei Jahren in Reserve. 

Der Investitionsplan ist bis 2014 eng gestrickt. Für außerplanmäßige Projekte sieht Fachbereichsleiter Manfred Richter keinen Spielraum. Trotzdem sei Kontakt zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung aufgenommen worden, um zu erfragen, ob sich der Bund als (Noch)Eigentümer der Wentowseen an einer Sanierung des Weges finanziell beteiligen würde. „Aber da ist nichts zu erwarten“, so Richter. Erstens sei die Promenade gemeindliches Eigentum und zweitens wäre die Wasserstraße von eventuellen Baumaßnahmen am Uferweg nicht betroffen, weshalb die Behörde keinen Handlungsbedarf sieht.

Die Seilershofer sind da anderer Meinung. Die Stadtverordnete Marianne Albrecht argumentierte stellvertretend für den Ortsbeirat am Dienstag: „Der Zustand ist nicht mehr hinnehmbar.“ Die Holzkonstruktion an der Promenade sei verwittert, Erde rutsche ins Wasser und es seien Ausspülungen festzustellen. „Das kann man ja nicht einfach ignorieren“, so Albrecht.
Nach Einschätzung von Manfred Richter stelle die Promenade keine Gefährdung dar. „Der Weg ist begehbar.“ Es sei auch nicht so, dass sich die Seilershofer deshalb benachteiligt fühlen müssten. In den vergangenen Jahren sei in diesem Ortsteil überproportional investiert worden. Zudem gebe es auch keine „irgendwie geartete Bringepflicht“ seitens der Kommune. (Von Cindy Lüderitz)

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