Samstag, 25. Juni 2011

MAZ-Artikel 25.06.2011

Forum in Fürstenberg zum Thema Tourismusstrategie des Landes


FÜRSTENBERG - Der Tagungsort für das Mittelstandsforum Oberhavel war gut gewählt. Die Charterbasis von „Cardinal Boating Holidays“ am Röblinsee in Fürstenberg gehört zu den erfolgreich tätigen Unternehmen im Herzen des Wasserreviers zwischen Mecklenburger Seenplatte, Uckermark-Seen und den märkischen Gewässern um Zehdenick.
Nach vielen Jahren hat nun auch die Landesregierung in Brandenburg erkannt, welche Art von Tourismus die zugkräftigste ist: der Wassertourismus. Die Landestourismuskonzeption 2011 bis 2015 gibt deshalb auch als Vision aus: „Urlaub in Brandenburg heißt: Urlaub am und auf dem Wasser“. Dies sei die Hauptprogrammmarke, so Raimund Jennert von der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH. Nachrangig ist die Marke „Brandenburgisch-preußische Kulturlandschaft“.

Baden, so habe die Landesregierung herausgefunden, sei die Lieblingsbeschäftigung der Touristen in Brandenburg. Ob dieser überraschenden Erkenntnis mussten einige Zuhörer dann doch schmunzeln.
Einig waren sie sich mit Jennert, Bürgermeister Philipp und vielen anderen aber in der Sorge um die Neueinstufung des Wasserstraßennetzes in Deutschland, die einhergeht mit der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. „Ist am Ende oft die Kommune in der Pflicht?“, fragte Robert Philipp und verwies auf die Woblitz, die ein touristisch ungemein wichtiges Gewässer sei, aber in Zukunft wohl nur noch zu den Restgewässern zählen solle. Jennert fordert, dass auf breiter Front an die Landesregierung appelliert werden sollte, damit deren Wort mehr Gewicht beim Bundesinfrastrukturministerium erhalte. „Wir dürfen nicht bis zur Einstufung der wassertouristischen Straßen warten, sondern vorher einen aktiven Part übernehmen.“
Vize-Landrat Egmont Hamelow informierte über die Wassertourismusinitiative Nordbrandenburg (Win) der Landkreise Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Barnim und einiger Städte, deren Ziel es ist, einzelne Reviere miteinander zu vernetzen. Ein Teilprojekt ist die Wiederschiffbarmachung des „Langen Trödels“ bei Liebenwalde. Dafür müssen drei bewegliche Brücken und eine Schleuse gebaut werden. Ganz im Norden sind Fürstenberg und Zehdenick als Anker eines gemeinsamen Reviers zwischen Ostsee und Berlin vorgesehen.
Alle Redner unterstrichen, wie wichtig die länderübergreifende Zusammenarbeit sei, was auch durch die Anwesenheit von Tourismusvertretern aus Mecklenburg-Vorpommern unterstrichen wurde. Für Walter Kussmaul von „Cardinal Boating“ ist es das größte Defizit, „dass wir es bis heute nicht geschafft haben, die Mecklenburgische Seenplatte international als Marke zu etablieren. Wir dürfen die Gewässerbereiche nicht einzeln betrachten. Ob Templiner, Rheinsberger, Fürstenberger oder Müritz-Gewässer: Sie sind alle Ergebnis der letzten Eiszeit und gehören geologisch und auch touristisch zusammen.“ (Von Anke Dworek)

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